Donnerstag, 12. Oktober 2017

Blogverwaisung und Schule

Blogverwaisung

 Wie Ihr ja an meinen fehlenden Beiträgen bemerken konntet, habe ich mich seit unserem Urlaub im August sehr aus dem Internet zurückgezogen. Ich poste zwar immer wieder Bilder bei Instagram, aber für geschriebene Artikel hier im Blog hatte ich irgendwie keine Nerven. Wenn ich ehrlich bin, ist das ausführlichere Schreiben für mich im Moment schwierig. Der "Flow" macht wohl immer noch Urlaub.

Klar bin ich weiter kreativ und habe meine Liebe fürs Weben wieder entdeckt. Das frisst aber eine Menge Zeit, die ich nun hier weniger habe. Ich nehme mir vor wenigstens einen Artikel pro Monat oder Woche hier zu lassen.

Schule

Im September ist bei uns das nächste Kind eingeschult worden. Nach nun anderthalb Monaten, kann ich noch von ihm behaupten das er ein Streber ist. Ich finde es sehr erfrischend ein Kind mit Ehrgeiz in der Schule zu haben, um das ich mich wenig kümmern muss. Der Große war hier wesentlich schwieriger. Mein nun 3. Klässler macht mich manchmal echt kirre und die ganze Schulsituation sowieso.
Ich war so froh als es hieß ab der 3. Klasse gibt es Noten. Endlich hätte ich eine Möglichkeit gehabt objektiv den Leistungsstand meines Kindes beurteilen zu können. Zum Beispiel kämen so Sachen heraus wie: erfasst er die Aufgaben, nimmt er sich die Zeit alle zu bearbeiten, hat er das Thema begriffen, wo sollte man nochmal ansetzen oder kommt er mit dem Druck klar. Aber denkste, nur am Ende der 3. Klasse wird es auf dem Zeugnis Noten geben. Diese setzen sich zum größten Teil aus der Mitarbeit, der Qualität der erledigten Aufgaben im Unterricht und dem Engagement des Kindes zusammen.
Aua.
Ich bekomme nicht mal die "Lerstandskontrollen" zu Gesicht. Es wird wohl nur nach jedem abgeschlossenen Thema eine kleine Rückmeldung geben.
Wisst Ihr was hier bei ihm mit ankommt? Deutschhausaufgaben in denen die Hälfte der Wörter falsch geschrieben ist. Tschacka, danke an das Schreiben nach Gehör! Ich sehe Projektblätter in denen mein Kind die A-Note quasi erfüllt, aber in der B-Note sprich dem Design komplett ideenlos ist. Wenigstens kann ich mir auf Grund der zu lernenden Vokabeln ein Bild vom Englisch machen.
Vorgestern war ich auf dem ersten Elternabend der 3. Klasse. Ich dachte ok, jetzt in Klasse 3 wo das Tempo bedenklich angezogen ist und Wert auf Rechtschreibung gelegt wird, wird alles besser. Aber mein Gefühl sagt: "Denkste". Wenn sich die Eltern der 4. Klässler darüber austauschen das die Kinder immer noch massiv falsch schreiben, dann bekomme ich Angstzustände. Statt sie immer wieder mit neuen Themen zu konfrontieren, ihre Medienkompetenz zu steigern, oder sie im Zahlenraum bis 1000 zu multiplizieren und dividieren zu lassen, fände ich es toll wenn sie Zeit bekämen mal ausgiebig zu üben. Immer wieder dieselben Worte, bis sie sich auch einprägen. Seit mein Großer die Trennungsregeln lernt, konzentriert er sich so massiv darauf dass er nun die doppelten Mittlaute in Wörtern vergisst, die er sicher konnte und total verunsichert ist wenn er versucht nach Gehör zu schreiben.

Ich kann mich ehrlich gesagt auch nicht erinnern das wir in der 3. Klasse im Zahlenraum bis 1000 multiplizieren oder dividieren lernen mussten, in der 4. Klasse sogar im Zahlenraum bis zu einer Million. Das waren Themen in der 5. Klasse.
Zusammengefasst, kann ich sagen: "Ich habe keine Ahnung wo mein Kind eigentlich steht". Vielleicht sollte ich zu Hause Lerrnstandskontrollen einführen... Achtung Sarkasmus!

Ich habe große Angst dass das alles in einem großen Desaster endet. Ich weiß dass die weiterführenden Schulen im Umfeld eher konservativ Unterricht machen. Sprich wenn er jetzt in der Grundschule nicht spielerisch langsam an den Prüfungsdruck von Tests und Klassenarbeiten heran geführt wird, wird das Kind verständlicherweise doch komplett überfordert sein.

Schlusswort

So nun habe ich im "Flow" mal wieder auf dieser Plattform mein Herz ausgeschüttet. Mein Kollege unterstellte mir neulich ein bestimmtes Mutti-Gen, dass mich viele Sachen und Projekte eher vorsichtig und auf Sicherheit bedacht angehen lässt. Vielleicht hat er ja Recht. Vielleicht entwickelt sich ja im Laufe des Elterndaseins tatsächlich ein innerer Sicherheitsmechanismus.

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