Freitag, 28. April 2017

Hippes Heim, Glück allein, oder?

Immer wenn ich zwischendurch eine ruhige Minute (oder 2) finde, lese ich sehr gerne Bloggs. Natürlich lese ich auch Onlinenachrichten oder Fachartikel, aber eben auch viel und häufig die Artikel von Bloggern.
Heute sitze ich also mal wieder am Rechner und überfliege die Blogliste in einem Socialmedia Forum und mir fällt ein Artikel ins Auge:

Elternblogs sind nicht politisch?! Was wäre, wenn ich es der Gesellschaft recht mache

(http://www.2kindchaos.com/gesellschaft/elternblogs-sind-nicht-politisch)

Ich lese weiter, klicke mich am Ende durch eine Vielzahl von Quellenangaben und denke mir: "What the fuck, ist da schon wieder an mir vorbei gegangen"? Nachdem ich nun viele Reaktionen über die politische Relevanz von Elternbloggs las, muss ich nun auch endlich den Verursacher der ganzen Diskussion kennenlernen. Dieser ist ein Artikel vom 07.03.2017 aus der Online Version der Frankfurter Rundschau mit dem schon sehr viel Spannung verheißenden Titel: "Hippes Heim, Glück allein", geschrieben von Anne Lemhöfer.

Wisst Ihr was mein erster Gedanke beim Lesen war?  "Komischer Artikel." Danach schlich sich bei mir noch ein ganz anderer Gedanke ein, ich traue mich auch kaum ihn hier auf zu schreiben. Nämlich: "Eigentlich sollte die Bloggergemeinschaft sich darüber freuen".
Klar der Artikel hat wenig Mehrwert, es werden Namen genannt und wahllos in einen Kontext gestellt. Zwischendurch wusste ich noch nicht einmal worauf der Artikel nun abzielen wollte, bis dann im letzten Drittel endlich die entscheidenden Fragen gestellt wurden.
Zitat:
"Woher kommt diese Annäherung an eine Rollenverteilung, wie sie in den 1950ern üblich war? In einer Zeit, in der Frauen ohne Erlaubnis ihres Mannes nicht arbeiten gehen durften?"
Frau Lemhöfer gibt auch schnell darauf eine Antwort:
"Die Generation der Millennials hat es schwer, sich beruflich zu etablieren. Der Rückzug auf sicheres Terrain ist ein Weg, darauf zu reagieren. Familienidyll statt Konferenztisch. Und irgendwo müssen Intelligenz, Kreativität und Geltungsdrang ja hin. Das Internet macht es möglich. Teilzeitmodelle hindern Arbeitnehmerinnen außerdem zu oft, wirklich qualifizierte Aufgaben zu übernehmen. "

Warum sollte sich die Bloggergesellschaft über den Artikel freuen?

Seit diesem Artikel die virale Aufmerksamkeit der Bloggerinnen sicher war, wurden viele tolle Artikel zum Thema "politische Relevanz von Elternbloggs verfasst." Ich habe davor auch schon etliche Artikel zu diesem Thema gelesen, aber jetzt erst, habe ich den Eindruck, hat das Thema die breite Masse erreicht. Nun melden sich Bloggerinnen zu Wort und stellen Ihren Blogg in den politischen Zusammenhang. Es entsteht eine Bewegung. Die Bloggs werden so zahlreich in Ihren Artikeln vernetzt, wie es nur ein gemeinsamer Aufreger schafft.

Mal davon abgesehen spricht der Artikel von Frau Lemhöfer, ich unterstelle jetzt mal gewollt, die Probleme einer ganzen Generation von Frauen an. Gut ausgebildete, intelligente, kreative Frauen, welche die Arbeitswelt bereichern, mitgestalten, geschätzt werden wollen und dabei aber auch ihre Kinder nicht nur nebenher erziehen wollen, finden keine adäquaten Arbeitsstellen. Arbeitsstellen, die es ihnen ermöglichen auch in Teilzeitmodellen qualifizierte Aufgaben zu übernehmen.

Dass Frau Lemhöfer, ebenfalls Mutter, in ihrem Artikel die Brechstange benutzt schafft ein enorme Aufmerksamkeit. Naja und ganz Unrecht hat sie, denke ich, auch nicht. Teilzeit muss man nun mal finanziell irgendwie stemmen können. Wer neben seiner Familie noch Vollzeit, oft mit Überstunden verbunden seinen Job ausübt, muss schon übermenschliche Fähigkeiten besitzen um nebenher noch einen zeitintensiven Blog zu führen. Denn daran das diese Eltern auch basteln, backen, nähen, stricken und und und... zweifel ich nicht.

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