Dienstag, 25. April 2017

Gedanken zum Muttertag

Bald ist Muttertag. Zeit sich ein paar Gedanken um die Arbeitszeit, Lebenszeit und Zeit mit den Kindern zu machen.Ich habe diesen Artikel bestimmt 4 oder 5 mal neu angefangen. Immer drückte er nicht das aus was, ich eigentlich sagen wollte. So ganz zufrieden bin ich irgendwie immer noch nicht, aber der Artikel kratzt an dem Kern des Problems. Ich frage mich immer, wie haben es die Leute vor 20 / 30 Jahren geschafft alles unter den berühmten Hut zubekommen?


Meine 40h Woche damals:

Die Zeit damals war hart. Der Große und der Mittlere waren noch gemeinsam im Kindergarten und wir mussten das Problem Arbeitszeit und Schule noch nicht angehen. Ich bin morgens um spätestens 7 Uhr aus dem Haus gegangen, manchmal auch eher. Dann fuhr ich 1/4h zur Arbeit, arbeitete 8h plus eine Stunde Mittagspause und fuhr wieder eine viertel Stunde bis zum Kindergarten um dann die Kleinen abzuholen.
Übersetzt: 7 Uhr - 16:30 Uhr war ich also außer Haus.
In dieser Zeit brachte Mein Mann unsere Kinder dann so gegen 7:30- 8:00 Uhr in den Kindergarten und arbeitete auf Grund seiner 40h Woche + Mittagspause + Fahrzeit entsprechend länger.

Manchmal lief es auch anders herum.

Überstunden waren in dieser Zeit quasi der Supergau. Um 17 Uhr schloß der Kindergarten, wenn ich wusste es wird länger brachte ich die Kinder und er holte sie ab.

Die Kinder standen in dieser Zeit meist 6:30 Uhr auf und gingen um 19 Uhr ins Bett. Ihr könnt Euch nun selbst ausrechnen wie lange ich also meine Kinder am Tag sah.
Um Euch auf die Sprünge zu helfen: zwischen 2,5 und 3 Stunden. Lasst Euch das bitte mal auf der Zunge zergehen.
 "Du hast 2 Kinder und siehst sie an guten Tagen gerade mal 3h am Tag."
 Dann gab es Tage da sah ich sie quasi nur wenn ich abends noch einmal reinschlüpfte zum Gute Nacht sagen.

In meinem / unserem Fall sind die Fahrzeiten ja wirklich überschaubar. Den Rest weiter zudenken überlasse ich Euch.

Meine 28h Woche heute:

Inzwischen haben wir unser 3. Kind. Es ist mit einem Jahr in den Kindergarten gekommen. Ich arbeite nun 5:36h + Mittagspause und Fahrzeit am Tag. Die Fahrzeit hat sich auf Grund des Verkehrsaufkommens auf eine halbe Stunde pro Strecke erhöht. Auf die Mittagspause mag ich montags bis mittwochs nicht verzichten, da hier die sozialen Kontakte in der Firma gepflegt werden. Donnerstag und Freitag verzichte ich auf sie und mache um 13 Uhr Feierabend um rechtzeitig um 13:30 Uhr am Kindergarten die Kinder in Empfang zu nehmen. Dann schließt die Einrichtung. Die Aufsteh- und Schlafenszeiten unsere Kinder haben sich nicht marginal verändert.

Diese Teilzeiteinteilung ist für mich entspannter und schenkt den Kindern mehr Zeit mit Ihrer Mutter. Ja Ihr hört recht, mit Ihrer Mutter. Denn ausbaden darf meine Teilzeit nun mein Mann. Schließlich erhielt er für seine Arbeit schon vor den Kindern mehr als ich. Er arbeitet nun jeden Abend länger um den finanziellen Verlust der Famillie auszugleichen.
"Ist das gerecht?" 
Ist es gerecht mein Bedürfniss Zeit mit den Kinder zu verbringen auf seine Schultern zu lasten?

Die Rushhour des Lebens:

Laut diversen Erhebungen (googelt selber) befinden wir uns in der Rushhour des Lebens. Ein Paar zwischen 30 und 45 Jahren mit 3 Kindern. Das Haus muss abbezahlt werden, es ist schließlich auch unsere Altersvorsorge. Der Große geht inzwischen in die Schule. Die bietet eine Betreuung bis 16:30 Uhr und das ist schon reiner Luxus, so etwas am Ort zu haben. Meine Eltern sind inzwischen zu uns gezogen und wir bilden sozusagen ein Mehrgenerationenhaus. Mein Papa ist nicht mehr berufstätig, aber vielbeschäftigt und meine Mama arbeitet noch ein paar Jahre. Somit gibt es wenig Chancen auf eine alternative Betreuung und eine Erhöhung der Arbeitszeiten meinerseits.

Die Schule:

Die Hausaufgaben werden zwar in der Nachmittagsbetreuung gemacht, aber ob sie ordentlich, fehlerfrei oder vollständig gemacht wurden wird meist nur nebensächlich kontrolliert. Genauso ob das in der Schule vermittelte Wissen verstanden wurde. Seitens der Schule wird erwartet das die Eltern mit den Kindern den vermittelten Kontext üben. Beispiel das 1x1 oder die Grundrechenarten.
Habt Ihr schon einmal versucht um halb 5 mit Eurem Kind Hausaufgaben zu machen? Also ist die Alternative das Kind schon eher abzuholen.

Die Hobbies:

Bestimmt haben auch Eure Kinder Hobbies? Unsere auf jeden Fall, sein es die Ballsportarten oder die Musik. Fußballtraining ist 2 Mal die Woche und geht von 17-18:30 Uhr. Bis dahin sollen die Hausaufgaben fertig sein.  
"Achja und Schwimmen sollte Dein Kind schließlich auch können."

So liebe Politik, liebe Familienministerin, lieber Arbeitgeber, liebe Miteltern, was schlagt Ihr vor?

Wie kann ich:
1. Meinen Mann entlasten
2. Die Kinder adäquat betreuen und mit ihnen üben
3. Den Kindern die Möglichkeit bieten ihre Wunschsportart auszuüben
4. Rentenbeiträge zahlen
Natürlich soll ich in etwas mehr als einem Jahr das Ganze auch noch wieder in Vollzeit stemmen, denn dann läuft die Elternteilzeit aus.

Übrigens habe ich alle weiteren Aufgaben des täglichen Lebens hier unerwähnt gelassen, da das Arbeiten sind denen sich mein Mann und ich zu gleichen Teilen widmen.
Und bitte kommt jetzt nicht mit: "Ihr müsst Euch halt Einschränken", "Warum sucht Ihr Euch nicht eine Wohnung" oder Ähnlichem. Wir schmeißen weder das Geld zum Fenster raus, noch leben wir über unseren Verhältnissen.

Es geht hier rein um die Zeitbedürfnisse einer Familie!

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