Donnerstag, 19. Mai 2016

Überforderung

Gestern geschrieben:

Mein lieber Jüngster,

heute war eigentlich ein richtig schöner Tag. Wir unternahmen einen tollen Ausflug, aßen Eis in der Eisdiele, entdeckten ein paar Geocaches, entspannten auf dem Spielplatz und ließen den Tag mit Erdbeeren am Ufer des Rheins ausklingen.
Aber, ja da ist es das große ABER. Ich habe dich überfordert. Du warst noch nicht bereit für so viele Eindrücke. Während des Tages hattest du super Laune, warst überall munter dabei und liebtest das rumtollen auf der Picknickdecke am Spielplatz. Doch dann am Abend als alles ruhig wurde, nachdem die Gutenachtgeschichte verklang, da merktest du das es dir zu viel war. Du schriest dir deine Lungen aus dem Halse, wußtest nicht wie du einschlafen sol!test. Wir trugen dich hin und her, sangen Lieder für dich. Du riebst dir deine Augen. Deine großen Brüder ertrugen alles stoisch und schliefen auch unter deinem lauten unmissverständlichen Wehklagen ein. Ich wiegte dich in meinen Armen, auch die Brust konnte dich heute nicht beruhigen. 1,5 Stunden waren heute die härtesten Stunden des Tages. Ich gebe zu ich war am verzweifeln, mir klingelten die Ohren. Es tut mir leid mein Kind das ich nicht erkannte wie viele Erlebnisse heute auf dich einprasselten, wie viele Gesichter du heute anlächeltest. Urlaub ist für dich eine Gratwanderung. Du liebst deine Rituale. Du wusstest nicht mehr wie du zur Ruhe kommen solltest. Irgendwann fielen dir einfach, völlig erschöpft, an meiner Schulter die Augen zu und noch im Schlaf schniefst du nun noch vor dich hin. Jeder deiner Seufzer sticht mir in mein Herz.

Komme zur Ruhe mein Schatz. Schöpfe neue Kraft im Schlaf. Morgen ist ein neuer Tag. Ich werde besser auf dich aufpassen. Schlafe mein Kind, schlafe, erhole dich. Ich liebe dich.

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