Freitag, 18. Dezember 2015

Oh Tannenbaum

Alle Jahre wieder stellen wir ca. 1 Woche vor dem Weihnachtsfest fest: " Oh Schatz wir müssen noch den Baum besorgen. Dieser Satz leitet jedes Mal die freudige Vorstimmung auf einen Ausflug zum Baumarkt ein, um die dringend benötigte Hallelujastaude zu kaufen.

So auch dieses Jahr. Wir brachen also zum Baumarkt unseres Vertrauens auf, nennen wir ihn mal Baumarkt 1. Ich muss dazu sagen wir brechen jedes Jahr zu Baumarkt 1 auf, da er uns noch nie bezüglich der Auswahl und Beschaffenheit der Christbäume enttäuschte. Dieses Jahr sollte es anders laufen. Ich war gelinde gesagt geschockt. Musste unser Lieblingsbaumarkt, ja richtig immer noch Baumarkt 1, ausgerechnet in der Vorweihnachtszeit seine Ladenfläche renovieren? Wo waren nur all die schönen grünen Tannen auf deren Auswahl ich mich so gefreut hatte?
Sie standen verpackt und zusammen gequetscht auf einer kleinen, traurigen, abgesteckten Fläche und schauten uns erwartungsvoll an. OK, ich hätte mich nun als Retter der armen Tannen auf den sie bewachenden einzigen Mitarbeiter stürzen können und ihn bitten alle zu öffnen, aber ich war zu geschockt.

Das Ritual des Weihnachtsbaumkaufes ist für mich ein wichtiges Erlebnis in der Vorweihnachtszeit. Es gestaltet sich so:
Beim Eintritt in den Baumarkt wird erstmal schnell gescheckt wo sich dieses Jahr die Freifläche mit den Christbäume befindet. Ein schneller Rundum Blick genügt um die Gefahr durch andere Kunden abzuschätzen und gegebenenfalls durch eine geschickte Kurvenfahrt im Run auf den schönsten Weihnachtsbaum zu unterbinden. An der Freifläche angekommen geht nun das vergnügliche Ritual des Aussuchens los. Der leicht genervte Unterton des Mannes verrät seine Einstellung dazu. Beim Auswahlprozess wird jeder Baum aufs genaueste auf Größe, Breite, Beschaffenheit und Wuchs untersucht und beurteilt. Hierbei zeige ich geführt durch mein geschultes Auge, welcher Baum als nächstes der Untersuchung unterzogen werden soll. Der Mann ist inzwischen Profi im Christbaumtanz bei welchem er den ausgewählten Baum pirouettenartig um seine eigene Achse wirbelt, in genau der richtigen Geschwindigkeit. Nach einer Weile schaut sich dann schon der die Weihnachtsbaumfreifläche betreuende Mitarbeiter das Schauspiel an, gar nicht begeistert von einer grundlegenden Neuordnung seines Systems. Da die Bäume linkerhand immer mehr ab- und rechterhand zunehmen. Gearbeitet wird nach dem Prinzip: "Die Guten zu mir, die Schlechten nach rechts".
Wenn dann bei mir 2 oder 3 Bäume die Bewertung der Jury bestanden haben und ins Finale einziehen durften, wählen der Mann und ich unseren Favoriten. Der nette Mitarbeiter schaut nun nicht mehr ganz so nett, aber packt uns den Baum dann ein.
Dieses alljährliche Ritual stand also dieses Jahr auf dem Spiel. Genervt fuhren wir weiter zu Baumarkt 2. Der geneigte Lesern kann sich nun die weitere Geschichte vorstellen. An dieser Stelle möchte ich meine Ausführung beenden und nur noch sagen: "Auch dieses Jahr wird ein wohl geschmückter Weihnachtsbaum unser Wohnzimmer zieren.

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