Samstag, 26. Dezember 2015

Alle Jahre wieder

Wenn man Kinder hat stellt die Weihnachtszeit eine willkommene Abwechslung im Ermahnungsreportoire von uns Eltern dar. Plötzlich hört man sich Sätze sagen wie: "Ich sagte doch du sollst unterm Weihnachtsbaum durch tauchen", oder "Nein, ich möchte keine Kinderüberraschungsfigur als Baumschmuck". Aber der Klassiker ist und bleibt: " Reiß nicht mit dem Hintern den Weihnachtsbaum um."

Als ich noch kinderlos war stellte ich mir die Bescherung mit Kindern immer wie in einem dieser kitschigen Weihnachtsklassiker vor. Die Kinder spielen im Kinderzimmer bis es Zeit für die Bescherung ist. Sie sind zwar aufgeregt, aber verbringen die Wartezeit in stiller Erwartung. Die Familie versammelt sich dann perfekt herausgeputzt unterm Tannenbaum. Ein Kind sitzt vorzugsweise am Klavier und spielt engelsgleich die alten Weihnachtslieder. Die anderen Familienmitglieder stehen um das Kind herum und lauschen verzückt. Der Weihnachtsmann bringt die Geschenke, welche dann in ruhiger Besonnenheit langsam und genussvoll ausgepackt werden.

Nun werde ich Jahr für Jahr mit der harten Realität konfrontiert. Die Kinder starten um 6 Uhr schon völlig überdreht in den Tag. Nach einem nervösen Frühstück steigt der Lärmpegel wellenweise und am Scheitelpunkt platzt einem schier das Trommelfell. Sie streiten sich wegen Kleinigkeiten und spätestens Mittags geht die Fragerrei los wann es denn soweit sei. Dann hilft nur noch frische Luft.

Dieses Jahr konnte ich den Großen bestechen seine Flötenübung an Heiligabend statt finden zu lassen. Mit ein bisschen Fantasie schallte es engelsgleich durch die Stube. Die Familie schmetterte mehr oder minder Text- und Tonsicher Weihnachtslieder und wider Erwarten stand auch der Christbaum noch. Als dann doch tatsächlich der rote Kerl mit dem Rauschebart an der Tür läutete, ein paar Säcke ablieferte und wieder ungesehen verschwand, waren die Kinder nun vollkommen im Rausch. In einer wilden Schlacht rissen sie das Geschenkpapier auseinander, das die Fetzen flogen und nach 10 Minuten war alles ausgepackt und der Boden war überseht mit einer Schicht des bunten Papiers.

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