Mittwoch, 1. Juli 2015

Kinderbetreuung die gefühlt Unendliche…



… und der Witz ist, ich kann alle Parteien sogar verstehen.

Kennt ihr dieses ohnmächtige Gefühl gegen Windmühlen zu kämpfen? Das es egal ist was man tut, oder welche Argumente man anführt, denn man läuft ja trotzdem gegen eine Mauer.  Ich mag dieses Gefühl der Resignation nicht. Es gleicht einem Aufgeben und Aufgeben, das kenne ich nicht. Es kommt in meinem Sprachgebrauch nicht vor.  Ich dampfe immer noch so ein bisschen vor mich hin.  Ich bin sauer, sauer auf die nicht anwesenden Eltern, die ihre Chancen nicht nutzen, sich nicht einbringen. Ich bin sauer auf den breitgrinsenden Herrn Bürgermeister, der schon vor Beginn davon redet das er sich sowieso nicht vorstellen kann das viele Eltern kommen und man das Treffen doch bei unter 5 Eltern in die Eisdiele verlegen könnte. Ich bin leicht verärgert auf die Kindergartengesamtleitung, die „nur“ ihren Job macht weil alles andere zu viel Verwaltungsaufwand bedeutet.  

Aber vielleicht beginne ich am Anfang. Gestern Abend 20 Uhr fand die alljährliche Kindergartengesamtversammlung unserer Gemeinde statt. Sie ist seit  Wochen angekündigt und in unserem Kindergarten gab es sogar einen Ausgang der noch einmal alle relevanten Daten auswies. 

Es waren genau 4 Eltern dort! Gut eine Mutter kam später, also 5.

Lasst euch das mal auf der Zunge zergehen.  In einer Gemeinde in der ca. 260 Kinder eine Betreuungseinrichtung besuchen, interessiert es gerade mal  5 Eltern wie die Planung aussieht, oder wie es mit den Gebühren weitergeht. 
Mich interessierte vor allem die Bedarfsplanung und Bedarfserfassung. Ich wollte wissen wie die Gemeinde den Bedarf ermittelt, ob sie aktiv Bedarf weckt durch die öffentliche Vorstellung möglicher Angebote, oder einfach mal durch eine weiter gefächerte Umfrage. Genau genommen geht es darum das die Gemeinde nun endlich auch für den Donnerstag- und Freitagnachmittag eine gesicherte Betreuung der Ü3 (Über 3 Jahre alten) Kinder anbietet. Nur leider in einem Kindergarten der keine U3 (Unter 3 jährigen) Betreuung vorsieht. 

Was bedeutet das für uns Eltern? 

Wir beginnen mit vielleicht einem Jahr die Eingewöhnung unseres Kindes nach Berliner Model (4 Wochen Eingewöhnungszeit) in Kindergarten 1. Wenn das Kind das 3. Lebensjahr erreicht hat, wird es normalerweise langsam vom Kindergarten in die Ü3 Gruppe eingewöhnt und wechselt dann ohne die Einflussnahme der Eltern in die große Gruppe.  
Bisher war der Bedarf für eine GT5NA (Ganztag 5 Nachmittage) Betreuung (damals via Umfrage von der Gemeinde abgefragt) in Kindergarten 1 so groß und der Platzmangel so akut das die betroffenen Kinder am Donnerstag und Freitag um halb 2 zum Kindergarten 2 geleitet wurden und dort die 2 Nachmittage verbrachten. Dieses „Programm “ läuft aber aus und die betroffenen Kinder sollen dann direkt im Kindergarten 2 angemeldet werden. Also gibt es zukünftig für diese Kinder kein behutsames Gleiten in die große Gruppe mehr, sondern eine erneute Eingewöhnung nach Berliner Modell (4 Wochen!) in Kindergarten 2. Ein voll in sein soziales Umfeld integriertes Kind wird, nach Vorstellung der Gemeinde, aus diesem Umfeld gerissen, ihm wird der Kindergarten wieder abgewöhnt und angewöhnt, denn das Berliner Model startet mit 1h Stunde Eingewöhnung am Tag in der ersten Woche.
Das bedeutet weiterhin die Eltern müssen die Schließzeiten des Kindergartens + die Eingewöhnungszeit des Kindes mit ihrem Urlaub abdecken. Wenn sie Pech haben und dann noch Schulpflichtige Kinder mit Ferien die abgedeckt werden wollen, stehen sie vor einem riesigen Problem.

Was ist also die Konsequenz daraus? Die Eltern versuchen sich irgendwie krampfhaft zu organisieren um ihrem Kind den Wechsel in einen weiteren Kindergarten zu ersparen. – Klar so kann man Bedarf aus Gemeindesicht auch umgehen. Wird man als Eltern nun aktiv bekommt man auf so einer Versammlung nun gesagt, man könne sich ja einen anderen Kindergarten außerhalb der Gemeinde suchen der den Bedarf besser deckt. Ich soll also mein Kind in ein Umfeld integrieren aus dem Ich es dann bei Schuleintritt wieder rausreißen darf. Unbequemen Eltern wird also nahe gelegt das Angebot so zu akzeptieren oder sich anderweitig etwas zu suchen. 

Ist das das richtige Vorgehen?

Nun ich habe durch gezieltes Nachfragen auch heraus bekommen das die Gemeinde zumindest darüber nachdenkt aktiv zu werden wenn ein Bedarf von mind. 5-6 Kindern besteht um die Nachmittagsbetreuung in Kindergarten 1 zu überdenken. Das wird wohl unser nächster Ansatzpunkt werden. Wie gesagt Aufgeben kenne ich nicht.

Am Anfang schrieb ich ja, ich kann alle Parteien verstehen.  

1. Die Eltern die nicht erscheinen
Eltern müssen in der heutigen Zeit so viel organisieren. Warum müssen sie sich dann auch noch mit der Gemeine beschäftigen, statt einfach ausreichende Möglichkeiten auch kommuniziert zu
bekommen unterwelchen Bedingungen sie wie ihr Kind betreuen lassen können. Warum
müssen diese ganzen Einzelfallbetrachtungen denn überhaupt notwendig sein? Warum also
seinen Dienstagabend mit noch einem Meeting verschwenden?
    2. Die Sicht der Gemeinde

    Wenn ich keinen Bedarf wecke, muss ich mich auch nicht um dessen Umsetzung kümmern. Das bedeutet Mehrkosten und mehr Personalaufwand den es zu stemmen gilt, noch dazu wo die Kinderbetreuung sowieso schon den größten Ausgabenposten in der Gemeinde einnimmt. Einzelfalllösungen über Großeltern und Tageseltern sind ja da viel praktischer. Mal davon abgesehen das uns das Schulprojekt momentan sowieso wichtiger ist.

    Müssen wir Eltern gefühlt eigentlich für alles kämpfen? Warum wird es uns so schwer gemacht Kinder und Beruf unter einen Hut zu bekommen?
      
    Wie geht es euch so? Bemüht ihr euch auch um eine geregelte, durchgängige Betreuung für eure Kinder, oder ist diese schon ettabliert?

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    Hey, lasst mir doch einen Gruß da. Ich freue mich!