Donnerstag, 5. März 2015

Infoveranstaltung der Grundschule

In einem halben Jahr ist es soweit. Wir feiern den nächsten bedeutenden Lebensabschnitt im Leben des Großen. Aber nicht nur für ihn ist der Eintritt in die Schule ein bedeutender Schritt, auch für uns Eltern ergibt sich daraus eine neue noch unbekannte Verantwortung.
 
In diesem ersten Jahr der Schule prägt sich das Verhältnis meines Kindes zur Schule. Wird es Spass an ihr haben, oder ist es enttäuscht, bekommt es den richtigen Grundstock für seine weitere Schulzeit gelegt? Dieses erste Jahr wird mein Kind prägen, es wird anfangen zu lernen wie man lernt. Unter diesen Aspekten kommt mir die Wahl der Schule wie eine wahnsinnig schwere Entscheidung vor.
Nicht nur für mein Kind ist die Vorschulzeit eine aufregende Zeit, nein auch für mich als Mutter ist sie eine Zeit der Unsicherheit, der Entscheidungsfindung und des Mut Machens. 

Ich möchte mein Kind nicht aus seinem sozialen Umfeld reißen und so war für mich die gestrige Veranstaltung mit einigem Bangen vorab verbunden. Werde ich die Schule und ihr Konzept akzeptieren können? Wird mir das Umfeld sympathisch sein? Erwecken die Lehrer in mir den Eindruck der Kompetenz? Werde ich den Abend mit Bauchschmerzen verlassen, weil ich das Prinzip der Schule eigentlich nicht unterstütze?  Durch Gespräche mit anderen Eltern schon schulpflichtiger Kinder schwankte ich immer zwischen der Zuversicht: „Es wird schon alles gut werden“ und dem Bedenken: „Was soll das nur werden“.

Die Grafenauer Grundschule ist eine inklusive Grundschule. Alle Kinder sind Individuen und können sich dort in ihrem eigenen Lerntempo entwickeln. Der Unterricht umfasst immer die Klassenstufen 1 und 2 und baut auf einer Mischung aus gemeinsamer Lernzeit, einem Patensystem, eigenen Aufgaben und gemeinsamer Arbeit auf. Motiviert werden die Kinder durch viel Lob und dem Ansporn es den Größeren gleich zu tun. Während die Größeren darauf bedacht sind ihren Wissensvorsprung zu behalten und die „Kleineren“ zu unterstützen und durch das Erklären der Sachverhalte ihr eigenes Wissen zu vertiefen und zu festigen. 

Bildquelle: http://www.werkrealschule.de/index.php?id=27

Es gibt keine Schulnoten, sondern Beurteilungen auf den Arbeiten. Die Tafel wird in einigen Klassen nicht mehr zum Erarbeiten von Wissen genutzt. Die Kinder arbeiten nicht mehr gemeinsam alle an einem Thema, sondern bearbeiten individuell oder in Lerngruppen ihren Wissenstand. Ich kann die Schule und ihr System nicht mehr mit meiner eigenen Schulausbildung vergleichen. Ich habe den Eindruck nicht mehr anhand von Testergebnissen und Vergleichbarkeit mein Kind einschätzen zu können. Ich muss in das neue Schulsystem viel mehr Vertrauen investieren. 

Die Lehrer gestern Abend kamen sympathisch rüber. Dadurch dass sie abwechselnd Inhalte präsentierten, konnte man einen kleinen Eindruck von ihnen gewinnen. Es gab Lehrer die strahlen wirklich Kompetenz aus und andere die ich schon nach dem ersten Eindruck mit dem Stempel: „Grundschullehrer“ versehen hätte. Ihr wisst doch es gibt Menschen mit denen wechselt man 3 Worte und kann binnen von Sekunden mit 98%er Sicherheit sagen sie sind Grundschullehrer. Ich kenne die Menschen an dieser Schule nicht. Dadurch dass wir zugezogen sind, bringe ich den Lehrern gegenüber keine Vorurteile mit. Aber nach diesem Abend habe ich eine Dame zu meiner Favoritin als Klassenlehrerin gekürt.  Leider kann ich ja nicht beeinflussen welche Lehrerin mein Kind bekommen wird, aber ich kann ja hoffen. Sie beantwortete souverän und mit Sachverstand meine Fragen und ich hatte jederzeit den Eindruck sie könnte jederzeit den Wissensstand jedes ihrer Kinder auf Knopfdruck mitteilen. Bei ihr würde ich mich als Elternteil wohlfühlen und ihr vertrauensvoll mein Kind schicken. Ich denke so sollte es sein. Das Bauchgefühl muss einfach stimmen. Ich hoffe nun einfach das Beste. Leider konnte ich nicht jede der anwesenden Lehrerinnen auf diese Weise kennenlernen, was mein Vertrauen wiederum etwas einschränkt. 

Ich versuchte mich auf die Informationsveranstaltung vorzubereiten. Vorab erstellte ich eine Liste mit Fragen an die Schule und über das Lehrsystem. Manche dieser Fragen beantworteten sich im Vortrag, manche im Gespräch und die Restlichen stellte ich dann in der Fragerunde. Ich muss sagen prinzipiell machte diese Schule einen positiven Eindruck auf mich und konnte vielleicht auch einige Vorurteile ausräumen.

Ich überlege noch ob ich der Schule Feedback zu ihrem Vortrag geben sollte, oder nicht. Denn der Aufbau der Präsentation ist meiner Meinung nach noch ausbaubar. Ich möchte nicht wie ein Schulkind behandelt werden und denke wir sind als Eltern in der Lage Inhalte auch zu erfassen ohne das sie mit tausend Bildchen gespickt sind. Außerdem fehlte mir so etwas wie ein roter Faden. Ich fragte mich nämlich die ganze Zeit, “Worauf verflixt nochmal will die Gute eigentlich hinaus.“ Das wurde mir dann erst im 2. Teil der Darstellung klar als die Nachredner betonten: „Über … haben sie ja im ersten Teil der Präsentation erfahren.“ Naja und über Bildgrößen von Tabellen ließe sich auch verhandeln. Wenn selbst mein Mann zugibt dass die Größe ziemlich klein ist, will das schon was heißen.

Wie seht ihr das? Seid ihr auch so paranoid wie ich, was das Thema Schule angeht?

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