Montag, 8. Dezember 2014

Blogparade : “Die Lüge vom Weihnachtsmann”

Nessa vom Blog http://wundertolles.de fragt wie in anderen Familien das Thema Weihnachtsmann / Christkind abläuft. Lest auch ihren Artikel dazu (http://wundertolles.de/die-luege-vom-weihnachtsmann/), denn er drückt wirklich sehr schön aus worum es auch mir in der Weihnachtszeit mit den Kindern geht.
 
Meine Kinder glauben beide an den Weihnachtsmann. Wenn ich darüber nachdenke, habe ich wohl maßgeblich daran Anteil. Ich bin weder getauft noch gehöre ich einer Kirchengemeinde an und das Christkind gehörte einfach nicht zu meiner Kindheit. Mein Mann ist mit dem evangelischen Glauben aufgewachsen und in seiner Kindheit kam immer das Christkind. Dass zu uns der Weihnachtsmann kommt habe ich irgendwie stillschweigend vorausgesetzt, ohne dass wir diesbezüglich eine Entscheidung trafen. Vielleicht auch deshalb weil ich in unserer Familie auf den „Traditionen“ beharre mit denen ich aufgewachsen bin. Manchmal auch zum Ärger meines Mannes. 

Das bedeutet aber nicht dass ich den Glauben in unserer Familie außen vor lasse. Meine Kinder gehen in einen evangelischen Kindergarten, sie beten von Zeit zu Zeit aus eigenem Impuls am Tisch und ich lasse sie ihre eigenen Erfahrungen machen. Ich lese mit ihnen die Weihnachtsgeschichte und stelle jedes Jahr die kleine Krippengesellschaft aus Gips auf, die mir meine Schwester vor einigen Jahren mal zu Weihnachten schenkte. Wir werden wohl dieses Jahr auch das Krippenspiel der katholischen Kirche besuchen, die ist zu Fuß erreichbar und auf dem Nachhause-Spaziergang schon mal schauen ob wir den Weihnachtsmann sehen. Es ist mir wichtig das sie die Hintergründe des Weihnachtsfestes kennen lernen und warum wir Weihnachten eigentlich feiern. 

So läuft bei uns (eigentlich) jedes Jahr der heilige Abend ab:

Nach dem Aufstehen gibt es ein kurzes Frühstück bei Kerzen oder Pyramidenschein. Dann wird gespielt, gelesen und der Vormittag verbracht. 2 Leute stellen sich meistens in die Küche und bereiten das Mittagessen und den Kartoffelsalat für das Abendessen zu. Es gibt immer Fisch zum Mittag und Kartoffelsalat mit Saiten zum Abendessen. Den Weihnachtsbaum schmücken wir meistens schon am 23. Aber lassen die Lichter aus.  Dann folgen Mittagsschlaf und Beschäftigung, vielleicht noch ein paar letzte Besorgungen (irgendwas fehlt immer noch auf den letzten Drücker) und falls noch nicht fertig das Füllen des Jutesacks mit allen Weihnachtsgeschenken. Da die Kinder noch nicht lesen können verwenden wir immer Bilder der Familie als Geschenkanhänger. Nachmittags gibt es Kaffee bei Pyramidenschein und ein paar Lebkuchen. Kurz vor 4 bricht der Hauptteil der Familie zum Krippenspiel oder Weihnachtsspaziergang auf.
Dann geht es wieder nach Hause. Dort sitzen dann alle im Wohnzimmer beim Weihnachtsbaum, der nun leuchtet, in festlicher Kleidung. Wir singen gemeinsam Weihnachtslieder und lesen eventuell eine kurze Weihnachtsgeschichte. Früher(im jugendlichen Alter) habe ich immer ein komplettes Programm ausgearbeitet – zur hellen „Freude“ meiner Schwester. Aber ganz so schlimm bin ich nicht mehr…
Während alle abgelenkt sind bringt irgendjemand der Familie den Sack mit den Geschenken heimlich vor die Haustür. Dann plötzlich beim Singen klingelt jemand (meist mein Papa) an der Tür und kommt schnell wieder rein. Die Kinder sind aber so aufgeregt, dass sie gar nicht realisieren wer nun wirklich klingelte und nach einer Schreckzeit flitzen sie dann vorsichtig zur Tür und schauen hinaus, wo dann der Sack steht. Der Weihnachtsmann hat nämlich so viel zu tun an diesem Abend, dass er gar keine Zeit hatte zu bleiben.
Gemeinsam wird dann der Sack reingeschleppt und die Kinder dürfen die Geschenke verteilen. Wenn alles bestaunt und ausgepackt ist gibt es Abendessen (Kartoffelsalat mit Saiten) und wir lassen den Abend ausklingen.
Wenn ich das so schreibe klingt es ein bisschen wie bei einer Zaubershow, mit Ablenkung und großem Auftritt. Das ist es aber nicht. Meine Eltern haben uns so Jahre lang beschert und lustiger weise haben wir auch wirklich Jahre gebraucht bis wir hinter den Klingeltrick kamen. Mann waren wir naiv! Denn auch wenn wir wussten wer die Geschenke wirklich brachte, tat das dem Zauber der Bescherung keinen Abbruch.
Jetzt habe ich das alles für unsere Kinder übernommen und freue mich jedes Jahr auf das Staunen und die Überraschung in ihren strahlenden Gesichtern. 

Ich finde es gut wenn meine Kinder möglichst lange die Fantasie und den Glauben an den Weihnachtsmann oder das Christkind behalten. Sie werden wohl die Geschichten früh genug selbst in Frage stellen.  

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