Mittwoch, 26. November 2014

Fördern oder nicht fördern


Mein Großer ist eine Wasserratte, anders kann man sein Verhalten sobald er im Schwimmbad auftaucht nicht erklären. Er stürzt sich vom Rand ins Wasser, macht Bauchklatscher, taucht und versucht zu kraulen. Umso wichtiger ist es für mich und mein persönliches Sicherheitsgefühl das er schwimmen kann. Jedes Mal wenn wir am Schwimmerbecken vorbei gehen, sehe ich ihn schon drin liegen.
Mit Beginn seines  5. Jahres startete er seinen ersten Schwimmkurs. Dort lernte er mit Begeisterung das Tauchen, aber das schwimmen eher nicht. Nun bei seinem 2. Schwimmkurs versuchte ich ihn mit der heißersehnten Taucherbrille zu locken. Sprich wenn er sein Seepferdchen schafft und sich 25m über Wasser halten kann bekommt er eine Belohnung.
Nun ich kann nicht sagen das mein Sohn ein Kinde falscher Bescheidenheit ist, nein eher ein Kind gnadenloser Selbstüberschätzung, vor allem mit dem Mund. Sprich er sah sich bei der Seepferdchen Prüfung am Montag schon mit der Taucherbrille in der Hand. Diesmal konnte ich bei seinem Schwimmkurs endlich mal wieder dabei sein (sonst hütete ich den kleinen während der Mann mit dem Großen zum Kurs fuhr) und alles beobachten. Er konnte sich während der Prüfung nach den 7 Schwimmstunden kaum mit dem Kopf über Wasser halten und klammerte mehr am Rand als das er schwamm. Nach einer halben Bahn gab er (oder auch die Kursleiterin) auf. Ich war stinksauer (nicht auf den Großen aber auf alle anderen). Einmal das sie ihn überhaupt in die Prüfung gelassen hat, ich meine wie demotivierend ist es für ein Kind wenn fast alle die Prüfung schaffen (die Kinder waren auch fast 2 Jahre älter) und er sich mit ach und Krach so eben im Wasser halten kann? Dann auf meinen Mann wegen des Informationsmangels, weil ich doch ziemlich enttäuscht war und tatsächlich gehofft hatte er wäre so weit.
Nach der Stunde (die im Übrigen nur aus warten am Rand und ca. 7m „schwimmen“ bestand) griff ich mir meinen Sohn und ließ mir mal zeigen wie er so schwimmt. Ich glaube es macht mehr Sinn ihn die Strecke tauchen zu lassen, da hat er mich mal wieder schwer beeindruckt. Aber egal, jedenfalls hatte ich den Eindruck er besitzt das gleiche Hand-Fuss-Koordinationsproblem wie ich.  Sprich entweder macht er Armbewegungen, oder Beinbewegungen, aber beides zusammen klappt nicht. Doch wie kann ich das mit ihm üben? Macht es Sinn ihn in diese Richtung zu „fördern“, oder sollte ich einfach abwarten? Ich grüble seit Montag immer wieder darüber.  Doch gerade wegen seiner Selbstüberschätzung wäre ich heilfroh wenn er schwimmen kann.

Übrigens hat mich diese Schwimmstunde so aufgeregt, dass ich im Nachhinein bei der Schwimmschule in Sindelfingen anrief und eine Erklärung verlangte warum die Kinder eine Stunde am Rand standen.  Der werte Herr dort konnte diese ad hoc  natürlich auch nicht liefern. Ich bin schon gespannt auf den Rückruf.

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