Mittwoch, 29. Oktober 2014

Medienerziehung in unserer Familie



Anna von Berlinmittemom startete zusammen mit Scoyo eine Blogparade zum Thema Medienerziehung.  Da dieses Thema auch bei uns sehr präsent ist möchte ich hier mal versuchen zusammen zufassen wie wir den Umgang mit den Medien leben.


Mein Mann und ich sind aktive Mitglieder der medialen Welt. Der Laptop ist ein fester Bestandteil auf dem Wohnzimmertisch (ein Tablet war uns bisher immer zu unpraktisch), unser Fernseher hat einen Internetanschluss und unsere Smartphones liegen immer Griffbereit herum. Ich liebe es meine Twitter Timeline durch zu sehen, checke immer mal meine Emails, nutze andere Socialmedia Networks und arbeite auch mal zwischendurch am Laptop. Wir beide haben Jobs bei denen wir zum 99% am Rechner sitzen, wir lieben Filme, hören Musik und daddeln auch gerne mal ein Spiel.

Als der Große geboren wurde stellten wir unser Fernsehverhalten drastisch um. Wenn früher auch mal nebenher der Fernseher zur Raumbeschallung lief, hören wir  heute lieber Radio oder CD. Allerdings fehlte mir während der Elternzeit oft der Kontakt zu anderen Menschen und so wurde ich zwischendurch immer mal schwach und schaute mir während der Große zu Hause schlief in seinem Beisein Dokus im Fernsehen an. Als er den Fernseher aktiv wahrnahm hörte ich damit auf und stieg auf Musik um, um die „Stille“ zu ertragen.  Der Fernseher wurde ab da an nur noch abends wenn der Große im Bett war angemacht. Anders sah es mit dem Laptop aus. Den hatte ich sehr oft nebenher laufen.
Ich glaube das erste Fernsehen des Großen war so zwischen 2 und 3. angefangen haben wir mit dem Sandmann. Unsere Kinder schauen heute unter der Woche durchschnittlich am Tag ca. 20-30min fern. Meistens in der Zeit nach dem Abendbrot bis ins Bett gehen. Dazu dürfen sich die beiden entscheiden was sie schauen wollen. Ihre Wahl variiert meistens zw. „Conny“, „Kleiner roter Traktor“, „Feuerwehrmann Sam“ und „Lauras Stern“. Sie dürfen dann 2 Folgen  ansehen und danach geht es ab ins Bett. Gelesen wird bei uns eher zwischendurch und wenn sie es wünschen statt des abendlichen Fernsehens.
Der Kleine läuft immer nebenher. Sprich, er schaut was der Große schaut und darf ebenso entscheiden was abends laufen soll. Bei ihm habe ich mir nie groß Gedanken gemacht weil sich alles mit dem Großen einspielte.
Ganz selten gibt es bei uns den heißgeliebten „Kinoabend“. Dann suchen mein Mann und ich einen kindertauglichen Film aus, den wir dann gemeinsam schauen.  So schauten wir zusammen: „Den Mondbär“, „Rabe Socke“, "Michel aus Löneberga" und auch „Cars“ und „Planes“. Dann wird Popcorn gemacht und es werden Pombären gegessen. Dieser „Kinoabend“ beginnt nach dem Abendbrot und geht solange der Film läuft. Er ist immer eine willkommene Unterbrechung des Alltags. Den „Lego Movie “ haben mein Mann und ich im Vorfeld geschaut und sofort beschlossen diesen noch nicht den Kindern zu zeigen. Ich bin eh der Meinung das Kinder die unterschwelligen Pointen dieses Filmes gar nicht erfassen können.
Was mir beim Fernsehkonsum meiner Kinder von Anfang an wichtig war das wir alles bewusst anschauen. Sprich mein Mann oder ich setzen uns immer dazu und schauen mit den Kindern. So können wir immer Mitreden und auch Fragen beantworten. Märchen zum Beispiel oder Filme und Serien mit ausgesprochen "bösen" Figuren können wir bis heute nicht schauen. Dann reagiert der Große viel zu emotional.

Inzwischen bin ich aber mit dem Großen ein wenig relaxter geworden und er schaut auch ab und an am Wochenende mit mir Mittags eine Doku. Gut ich gebe zu auch wir haben Momente der Schäche. Wenn ich mit den Kindern allein bin und sie sich ständig in die Haare bekommen, mache ich ihnen auch mal eine Folge "Benjamin Blümchen" an und koche währenddessen.
 
Mit dem Internet haben meine Kinder noch gar nichts am Hut. Die Smartphones und der Laptop sind für beide Tabu. Ich möchte das sie diese Geräte nicht als Spielzeug kennen lernen, sondern sie zu gegebener Zeit bewusst als Arbeitsgeräte nutzen lernen, auf denen man vielleicht auch mal ein Spiel spielen könnte.
Anders sieht es mit medialen Geräten wie dem Tiptoi Stift von Ravensburger aus. Ich war am Anfang sehr skeptisch diesen meinem Großen zu schenken. Inzwischen bin ich von Tiptoi begeistert. Ravensburger arbeitet in den dazugehörigen Büchern wirklich wundervoll verständlich verschiedene Themengebiete auf. Ich liebe zum Beispiel das Buch über Musik und Instrumente. Der Große findet auch die in den Themen eingearbeiteten Spiele wahnsinnig toll. Der Kleine soll seinen Stift wahrscheinlich zum 4. Geburtstag bekommen.
Ich verteufle die Medien nicht, im Gegenteil ich bin ein Medienjunkie. Aber ich überlege mir immer bewusst vorher an welches Medium und wann ich mein Kind heran führe. Die Kinder sollen keine Angst haben in die mediale Welt einzutauchen, aber sie müssen auch altersgerecht geführt werden und lernen was wichtiger ist. Ich halte auch nichts von der Diskussion über die berühmten Egoshooter. Ich habe selber ab und an gezockt und herum geballert. Hierbei stört mich viel mehr mit welchem Unwissen Eltern ihren Kindern Spiele kaufen. Die Altersfreigabe ist nicht umsonst auf den Packungen aufgedruckt. Ich denke Eltern sollten sich damit beschäftigen welche Medien ihr Kind nutzt und sich Zeit nehmen diese zu verstehen. Es kann nicht sein das Eltern sagen ich versteh nicht was mein Kind da macht, aber es wird schon passen. Das ist für mich kein Ausdruck von Medienkompetenz sondern reine Naivität.
Wir unternehmen mit den Kindern viel „offline“. Das ist und bleibt in meiner Prioritätenliste an oberster Stelle.

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