Dienstag, 9. September 2014

Reisen mit (Klein)Kindern

Beim stöbern durch meine Blogliste bin ich auf einen Artikel bei Luzia Pimpinella gestoßen  in dem es um das Reisen mit Kindern geht. Während ich einen Kommentar verfasste begann ich über das Thema nachzudenken und schreibe nun selber über meine/unsere Erfahrungen.

Mein Mann und ich reisen ausgesprochen gerne. Unser Jahresurlaub steht immer unter dem Stern der Reise. Ohne Kinder lief es so ab:
1. Wo wollen wir gerne mal hin
2. Was gibt unser Budget her
3. Wie legen wir die Urlaubstage das wir sie gemeinsam verbringen können


Das war einmal.

Heute läuft es anders:
1. Wann macht die Kita Urlaub
2. Bekommt wenigstens einer in dieser Zeit Urlaub noch besser beide
3. Wieviel Kohle ist für Urlaub in der Kasse
4. Welche Befindlichkeiten könnten verletzt werden
5. Welches Ziel liegt auf der Prioritätenliste weit oben und bietet auch für Kinder Potential

Nachdem der Zwerg 2 wurde planten wir auch das Ausland wieder als Reiseziel ein. Da ich jetzt keine Urlaubsretrospektive starten möchte, sammle ich jetzt mal verschiedenen Reisebegebenheiten und Erfahrungen meiner Urlaube mit Kindern.

Die Urlaube in Ferienwohnungen waren bisher immer sehr entspannt. Die Verpflegung liegt in der eigenen Hand, man muss keine Rücksicht auf bestimmte Zeiten nehmen und auch ein Mittagsschlaf ist kein Problem. 
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Mein erster Flug mit Kindern war erstaunlicherweise echt entspannt was den eigentlichen Flug anging. Mein Großer war fast 3 und der Zwerg 3 oder 4 Monate alt. Gut es war erstmal nur zu den Großeltern in  den Norden, aber ich war so nervös. Mein Mann bekam nicht gleich Urlaub und wollte mit dem Auto eine Woche später nachkommen. Den Zwerg hatte ich im Tragetuch den Großen an der Hand, immer in Panik das die Windel vom Kleinen voll wird oder er Hunger bekommt und ich im Flugzeug stillen müsste. Aber es war so einfach und relaxt.
Die negative Erfahrung hierbei waren die Beamten am Stuttgarter Flughafen. Ich musste tatsächlich das komplette Tragetuch lösen und den 3 Monate alten Kerl fast aufs Band legen, weil ihn kein Beamter halten wollte, ich aber allein! durch den Scanner sollte. Versuch mal einen fast 3 jährigen dabei noch im Auge zu behalten. Das war Stress pur. Ausserdem ärgerte mich die mangelnde Hilfsbereitschaft am Hannoveraner Flughafen beim Gepäckband. Ich habe Maxicosie, Kinderwagen und Taschen mit Kind im Tragetuch und anderem Kind an der Hand von Band gefischt. Ein schweißtreibender Akt.
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Als ich meinen 2. Flug mit den Kindern diesmal 2 und 4 1/2 antrat sollte es nach London gehen. Weil wir unseren Kindern die lange Anfahrt nach Großbritannien mit dem Auto ersparen wollten, fuhr mein Mann mit dem Auto einen Tag früher und sollte und dann in Heathrow abholen. Unsere Tagesmutter brachte uns zum Stuttgarter Flughafen und alles lief glatt, bis zu dem Moment als mein Rucksack durch den Scanner transportiert wurde. Ich hatte so einen Treckingrucksack gepackt und alles hinein gepresst was ich für einen Flug mit Kindern wichtig hielt. Sowas wie, Feuchttücher, Mittagsbrote (Getränke wollte ich dann nach der Kontrolle kaufen), Zeitschriften für alle, ein paar Pixibücher um die Kinder ruhig zu halten, einige Siku Spielzeugautos, Wechselklammotten für Unfälle, Wickelzeug und Ausweise und Geld. Ja, das passt alles hinein und ihr könnt euch vorstellen wie voll der Rucksack war. Dann kam die Frage des Sicherheitsbeamten. "Was ist das da im Rucksack", und zeigte auf etwas Schwarzes mit undefinierbarer Form. Ich antwortete mit 2 Kindern an den Händen, die inzwischen auch wieder Schuhe anhatten wahrheitsgemäß mit: "Was soll das denn sein, keine Ahnung". Der geneigte Leser ahnt was passierte. Genau. Ich durfte den gesamten mit liebevoller Sorgfalt jede Lücke nutzend gepackten Rucksack in einem Behältnis entleeren, dabei die Kinder im Auge behalten und sie zur Ruhe ermahnen. Das undefinierte schwarze Objekt war immer noch auf dem Schirm zu sehen. Dann prüften sie alle Taschen an diesem Rucksack genauestens und fanden nach gefühlten Stunden endlich das Objekt der Begierde. Ein kleiner Sikutruck der quer auf der Seite lag und in irgendeine Falte gerutscht war. Nun stopfen packen sie mal mit 2 inzwischen nicht mehr ruhigen Kindern den Rucksack wieder. Danach fielen wir nur noch durch überdrehtes Rumgerenne, rumgeklettere auf Bänken und Fangen spielen in der Wartehalle auf. War ich froh als alle im Flugzeug angeschnallt waren. Der Flug verging mit genügend Unterhaltung sehr schnell. Allerdings machten die langen Schlangen vor der Passkontrolle in Heathrow keinen vertrauenserweckenden Eindruck. Leider ließ auch das Bodenpersonal nicht mit sich reden und uns über die fastlane laufen. Ihr glaubt nicht welche Anziehung diese Ziehbänder zur Schlangenbändigung auf Kinder ausüben. Irgendwann dachte ich nur noch, Gott sei Dank es ist nicht mein Kind was sich dort schreiend auf dem Boden wälzt. Nein war es wirklich nicht.
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Fähre fahren mit Kindern ist ein absolutes Highlight. Das kann ich nur empfehlen. Man kann rumrennen und alles anschauen, Kaffee trinken und Schiffe beobachten.
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Übernachtungen in englischen Jugendherbergen mit Kleinkindern kann ich ebenfalls empfehlen. Die Leute waren alle sehr hilfsbereit und da wir die einzige Familie mit so kleinen Kindern waren, wurden wir auch direkt angesprochen ob der im Schlafanzug auf dem Flur rumtappende 2 jährige nicht unserer sei. Der Große musste auf Klo, der Kleine hinterher, wir saßen unten in der Lounge mit Babyphone und die 2 hatten sich abends ausgesperrt. Auch Essen zubereiten in den Gemeinschaftsküchen machte allen Spass und wir kamen viel mit anderen Familien ins Gespräch. Es gibt in Großbritannien sogar extra ausgewiesene kleinkinderfreundliche Youth Hostels, die waren aber ausgebucht als mein Mann endlich seinen Urlaub genehmigt bekam.


Was habt ihr so für Erfahrungen bei Urlauben mit Kindern gemacht? Ich freue mich über eure Kommentare.

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